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Geschichte 3



Die Entdeckung von Frankenhorst.

Im Juni 1999 waren Birgit und ich (Frank) , wie jedes Jahr, geschäftlich in Potsdam. Wir hängten einen Tag dran, um Potsdam und seine Umgebung zu erkunden. Dazu gehörte auch die große Havelrundfahrt mit der dortigen " Weißen Flotte ". Zum ersten Mal sahen wir bewusst die vielen Motorboote fahren und vor Anker liegen.

Ein idyllisches Bild was wir dort wahrnahmen: Die Natur, die Ruhe und das alles auf einem Motorboot! Ja Motorboot ! Ich kannte Boot fahren bis dahin nur unter Segel (mit 10 Jahren das erste Mal im Optimist, später fast wöchentlich mit der Jolle auf der Alster und Fahrtensegeln auf Nord- und Ostsee ).

Wir waren beide sofort Feuer und Flamme und abends bei "einer" guten Flasche Wein und einem Glas Grappa, beschlossen wir uns ein Motorboot zu kaufen. Im September 1999 rief uns ein Freund an und erzählte uns, dass sein Nachbar sein Motorboot verkaufen will. Noch am gleichen Tag vereinbarten wir einen Besichtigungstermin. Nun standen wir beide vor diesem Boot, ohne Segel- einem Motorboot. Wir kauften dieses Motorboot, es war unsere 1. Atlantis, eine Flipper.





Der erste Schritt war vollbracht. Wir hatten ein Motorboot, aber keiner von uns hatte einen " Motorboot-Führerschein ", auch hatten wir noch keinen Liegeplatz. Im Westen von Deutschland ist das Motorboot fahren auf Binnenseen nicht erlaubt, im Osten schon, also auf gen Osten. Im Dezember 1999 brachen Birgit und ich an einem Sonntag im Dunkeln in Itzehoe auf, in Richtung Osten. Unser Ziel war der Schweriner See. Nach ca. 3 Stunden Fahrt kamen wir dort an und erkundeten fast jeden Sportboothafen.

Es war bereits Nachmittag und wir hatten die Suche fast aufgegeben, als wir auf dem Paulsdamm fahrend das Hinweisschild Best Western Hotel erblickten. Also Blinker links, über die alte "Russenbrücke" und dann quer durchs Moor. Nun standen wir vor der Abzweigung zum Hotel. Mal ganz ehrlich, besonders einladend sah das damals nicht aus. Nach einigem hin und her beschlossen wir es zu wagen, mit unserem Auto über den Knüppeldamm zum Hotel zu fahren. Wir sollten es nicht bereuen. Wir erblickten eine wunderschöne Hotelanlage und eine idyllisch gelegene Steganlage.

Da war es wieder, was wir in Potsdam wahrnahmen, die wunderschöne Natur und die himmlische Ruhe.

Hier nun wollten wir, wenn es möglich wäre, einen Liegeplatz für unser Boot bekommen. Wir gingen zur Rezeption und man gab uns eine Hamburger Telefonnummer. Gleich am Montag rief ich in Hamburg an und ich glaube, wenn ich mich recht erinnere, direkt mit " Onkel Hans " verhandelt zu haben. Er sagte mir, dass momentan kein Liegeplatz frei wäre, aber im Januar 2000 noch gewisse Entscheidungen anstünden und es dann vielleicht doch noch klappen könnte. Er würde sich wieder melden. ------ Also warten.

Im Januar klingelte dann tatsächlich das Telefon und man verkündete uns, dass wir einen Liegeplatz haben könnten. Wir sagten sofort zu und der 2. Schritt war vollbracht. Nun fehlte uns nur noch die Befähigung zum Führen eines Bootes ohne Segel, aber mit Motor. Bei uns zu Hause in der Marsch sollte dies 4-6 Wochen dauern. Zu lange, also PC an und ab ins Internet. Dort entdeckten wir die "Führerscheinstelle" Petermännchen am Schweriner See.

Angebot: Führerschein für Boote mit Motor innerhalb einer Woche mit Unterbringung im Best Western Hotel Frankenhorst. Dieses Angebot haben wir sofort gebucht. Anreise war Mitte März 2000. Wir meinen heute im Nachhinein, dass wir in dieser Woche die einzigsten Gäste im Hotel waren. Es war eine wunderschöne Zeit. Wenn wir keinen Unterricht hatten, erkundeten wir Schwerin und Umgebung, ja sogar die Insel Poel, mit dem Auto.

In der Nacht lernte Birgit (Knoten, Seefahrtszeichen, Motorkunde etc.),sie konnte vor Aufregung auf die bestehende Prüfung nicht schlafen. Es nahte der Tag der Prüfung, die Aufregung war groß und es gingen die Gerüchte um, dass die heutigen Prüfer besonders " Harte Hunde " sein sollten. Birgit war drauf und dran den ganzen Kram zu schmeißen und ich musste mit Engelszungen auf sie einreden. Die theoretische Prüfung war dann geschafft und für kurze Zeit trat Erleichterung ein.

Für kurze Zeit, denn der praktische Teil stand uns ja noch bevor und das hieß, wir mussten die "Harten Hunde" von unserem fahrerischen Können überzeugen und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn es war März und für einen kurzen Rock war es Birgit zu kalt.
Unseren ganzen Mut zusammengefasst gingen Birgit und ich zu einem dieser "Harten Hunde" an Bord. Hätten wir unser Ziel nicht vor Augen gehabt, wir hätten umgehend wieder abgemustert, so grimmig, meinten wir, schaute er uns an. Wir stellten uns vor und auch unser "Harter Hund" stellte sich vor, sein Name war Udo Keil.

Na ja, was sollen wir sagen, im Nachhinein, so "hart" war Udo denn doch nicht und wir haben beide den Sportbootführerschein erlangt. Seit diesem Tag verbringen wir jede Bootssaison in Frankenhorst und haben noch nie das Bedürfnis gehabt, uns nach einem anderen Liegeplatz umzuschauen.
Ab der Saison 2007 haben wir nun unsere 2. Atlantis und haben uns vorgenommen, noch mehr Zeit in Frankenhorst zu verbringen. Wir müssen das nur noch unseren Bootsnachbarn verklickern.

Birgit und Frank


Und wie jetz die Jungfrau zum Kind gekommen ist können wir uns auch nicht ganz erklären, aber so in etwa muss es gewesen sein!!

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